Wissenschaftlicher Hintergrund

Seit vielen Jahren wird zu dem Thema des Säure-Basen-Haushaltes und seinen Störungen und Einflussfaktoren eine Vielzahl von Erkenntnissen aufgrund wissenschaftlicher Studien gewonnen. Es liegen bereits zahlreiche
Indizien vor, die auf einen Zusammenhang zwischen einer latenter Übersäuerung des Körpers und chronischen Erkrankungen hinweisen

Was bedeutet eine latente Übersäuerung?

Ist die Übersäuerung des Stoffwechsels sehr ausgeprägt, verliert der Körper die Fähigkeit, Säuren vollständig auszuleiten und genügend Basen zu bilden.

Die Ursachen? Die typisch westliche Ernährungsform fördert durch ihren geringen Gehalt an Mineralstoffen eine latente Übersäuerung. Vor allem Lebensmittel wie Getreideprodukte, Fleisch, Wurstwaren und Milchprodukte wirken säurebildend. Aber auch die Untersättigung von Mikronährstoffen ist ein akutes Problem, der Körper verliert mit dem Mangel an Nährstoffen, Enzymen aus der Nahrung und unverarbeiteter Kost immer mehr an
Regulationskraft.

Chronische Symptome wie Kopfschmerzen, Müdigkeit, Haarausfall, Übergewicht, ein schwaches Bindegewebe oder Rückenschmerzen treten auf, sobald die Puffermechanismen unserer Organsysteme erschöpft sind. Der Organismus greift bei einem starken Säureüberschuss auf körpereigene Reserven zurück und greift Knochensubstanz, Haarwurzeln, Hautzellen und Mineralstoffspeicher an. Wir spüren dies mit ersten, sogenannten unspezifischen Symptomen, welche wir als Signale unseres Körper verstehen müssen. Übergehen wir diese Zeichen, entstehen, nicht selten erst ein Jahrzehnt später, chronische Erkrankungen, wie sie in der heutigen Zeit bereits in fast allen Familien zu finden sind.

Wir stehen für Prävention. Schützen Sie Ihren Körper, stärken Sie ihn und verstehen Sie seine Signale. Jeder Körper hat es verdient gesund zu sein. Sie haben es verdient, sich wohlzufühlen!

Auszug aus wissenschaftlicher Studie

Herting, Iris: Bestimmung des Säure-Basen-Status bei Mischkost und vegetarischer Ernährung. MLU Halle-Wittenberg, Naturwissenschaftliche Fakultät III, Masterarbeit, Halle, 2014

Latente Azidosen und chronische Erkrankungen

Der Einfluss von Störungen des Säure-Basen-Haushaltes auf die Entstehung und den Pathomechanismus chronischer Erkrankungen wird vielschichtig im Zuge wissenschaftlicher Studien beschrieben und erforscht. Unter Beachtung grundlegender physiologischer Zusammenhänge werden besonders die Ursachen von Zivilisationskrankheiten wie Osteoporose und Rheuma hinterfragt.

Osteoporose und Knochengesundheit

Der Effekt einer Diät-induzierten metabolischen Azidose auf die Knochenmasse wurde in einer randomisierten, prospektiven, kontrollierten, doppelblinden Studie von Jehle et al. (2006) mit 161 postmenopausalen Frauen mit Osteopenie bestätigt. Frauen,
die Kaliumcitrat (30mEq pro Tag) erhielten, zeigten im Gegensatz zu Frauen, die Kaliumchlorid einnahmen, eine signifikante Erhöhung der Knochendichte im Lendenwirbelbereich nach 12 Monaten. Der beobachtete Effekt war auf die erhöhte Alkalizufuhr in Form von Citrat zurückzuführen, welche einen verringerten Knochenabbau und eine erhöhten Knochenmasse bewirkte. Die positiven Effekte einer Citratsupplementation ließen sich auch anhand der Abnahme von Osteoporosemarkern und einer verringerten Nettosäureausscheidung im Urin postmenopausaler Frauen beweisen. (Marangella et al. 2004)

Sebastian et al. untersuchte die Auswirkung der oralen Verabreichung von Kaliumbikarbonat bei 18 postmenopausalen Frauen (60-120 mmol/Tag). Es konnte eine verringerte Calcium- und Phosphatausscheidung, eine erhöhte Serumosteocalcinkonzentrationen und eine geringere Hydroxyprolinausscheidung
bei der Versuchsgruppe beobachtet werden. Die Bikarbonatgabe in einer Dosis, die ausreicht um endogen gebildete Säuren zu neutralisieren, verbessert laut dieser Ergebnisse das Calcium-Phosphat-Gleichgewicht, hemmt die Knochenresorption und erhöht die Geschwindigkeit der Knochenbildung. (Sebastian et al. 1994)

Abb.: Mittlere Knochendichte prä- und perimenopausaler Frauen in Abhängigkeit von der endogenen Netto-Säurebildung ohne Kohlensäure (NEAP). ** Signifikanter Unterschied zu Quartile 4, p<0,04.

[Modifiziert nach New et al. 2004]. (Vormann et al. 2007)

Die Abbildung zeigt den Einfluss der Ernährung auf den Knochenverlust während der Wechseljahre in epidemiologischen Daten. Die Knochendichte am Oberschenkel prä- und perimenopausaler Frauen nimmt signifikant mit einer abnehmenden endogenen Säurebildung zu. (Vormann et al. 2007) New beschrieb außerdem eine positive Korrelation der Knochendichte bei prämenopausalen Frauen mit der Zufuhr von basenbildenden Inhaltsstoffen in Obst und Gemüse. Dieser Zusammenhang wurde auch für Magnesium, Kalium und Vitamin C, nicht aber für Calcium bestätigt. (New et al. 1997, Tucker at al.
2001) Eine Abnahme der Knochendichte an der Hüfte wurde im Rahmen der Framingham Osteoporosis Study bei älteren Frauen nach einem hohen Verzehr von phosphorsäurehaltigen Getränken nachgewiesen. (Tucker et al. 2006) Eine langfristig ausgewogene

Ernährung mit ausreichend Obst und Gemüse und einer angemessenen Proteinzufuhr wird deshalb zur Aufrechterhaltung der Knochenmineraldichte empfohlen. (Tucker et al. 2001, Wynn et al. 2010)

 

Eine Reihe von Studienergebnissen aus Zellkulturversuchen zur Wirkung saurer und basischer Einflüsse auf den Knochenauf- und -abbau wurden von Arnett veröffentlicht. Eine extrazelluläre Ansäuerung bei kultivierten Osteoklasten bewirkte eine gesteigerte Resorption der Knochensubstanz. Osteoklasten zeigten bei einem pH von 6,9 ihre maximale Stimulation, bei einem pH-Wert über 7,4 sind sie dagegen fast inaktiv. Die Resorption der Knochensubstanz reagiert sehr empfindlich auf Veränderungen der H+ Konzentration bei einem pH-Wert von etwa 7,1 (wahrscheinlich realer interstitiellen pH-Wert im Knochen). (Arnett 2007)

Abb.: Hemmende Wirkung einer Azidose auf die
Knochenmineralisierung von kultivierten Osteoblasten (Ratte)
(Arnett 2007)

Abbildung 12 zeigt die Hemmung der Knochenmineralisierung von kultivierten Osteoblasten bei Induzierung einer Azidose. Die Osteogenese wurde durch mineralisierte Knochensubstanz dargestellt, welche durch Alizarin-Rot-Färbung sichtbar gemacht werden kann (Abb. 12B). Bei Ansäuerung der Zellkulturen zeigte sich schrittweise eine Reduzierung der Knochenmineralisierung, welche bei einem pH von 6,9 vollständig schwindet (Abb. 12D), trotz unveränderter Zellproliferation und Matrixbildung. Als Ursache einer systemischen Azidose im Organismus nennt Arnett neben Nieren-, Bronchial- oder Magen-Darm Erkrankungen, Diabetes, Tumoren und Alterung auch eine übermäßige Zufuhr von Protein
durch die Nahrung. Arnetts Ergebnisse bestätigen die Annahme, dass eine langfristige Säurebelastung des Körpers einen Erschöpfungszustand des Skelet-

tes hervorrufen kann. (Arnett 2007) Auch Bushinsky (2001) beschreibt die Wirkung einer systematischen Säurebelastung auf den Knochen. Eine latente Azidose führt neben einer Osteoklastenstimulation und Osteoblastenhemmung zur Freisetzung von Calcium aus dem Knochen und wird durch Knochenmineralien gepuffert. (Abb. 13)

 

Besonders problematisch scheint der chronische und schleichende Verlauf der latenten Azidose für die Auflösung der Knochensubstanz zu sein. Diese langfristige Säurebelastung kann mit steigendem
Alter immer schlechter durch die Nieren kompensiert werden und erhöht langfristig das Frakturrisiko. Gegenüber der latenten metabolischen Azidose induziert eine respiratorische weit weniger den Knochenabbau. (Bushinsky 2007)

Abb. 13: Schematische Darstellung der Mechanismen einer
latenten Azidose auf den Knochen (Bushinsky 2001)

Rheumatische Erkrankungen und Störungen des Bindegewebsstoffwechsel

Ein gestörter Bindegewebsstoffwechsel wird oftmals mit dem Entstehen von rheumatischen Beschwerden assoziiert. Der Einfluss zu hoher Säurebelastungen des Organismus im Zuge einer latenten Azidose
kann mit einer Ansäuerung der Gelenksflüssigkeit einhergehen, wodurch die Knorpelelastizität abnimmt. (Vormann und Wiedemann 2009, S. 74, 75) Je größer der Kohlenhydratanteil im Bindegewebe ist,
desto größer sind die Anzahl an freien OH-Gruppen und damit auch die Pufferkapazität des Bindegewe-

bes. Durch die Komplexbildung mit überschüssigen Säuren bzw. der Einlagerung von Protonen verliert das Binde- und Knorpelgewebe zunehmend an Wasserbindungsvermögen und somit an Elastizität und Flexibilität, was typisch für arthritische Gelenke ist. (Bastigkeit 2012, S.171ff; Semler 2005) Der physiologische pH-Wert der Synovialflüssigkeit in Gelenken beträgt 7,31 – 7,64. Bei rheumatoiden Erkrankungen lassen sich niedrigere pH-Werte von 6,85 – 7,41 feststellen. (Carl-Thiem-Klinikum, 2014)

Abb. 14: pH-Abhängigkeit der durch Säureinjektionen
hervorgerufenen Schmerzen beim Menschen (Ugawa et al. 2002)

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Unser Urin als Spiegelbild unseres inneren Gleichgewichts

Die startkraft Stoffwechselanalyse nutzt den Urin als Basis zur Messung des analytisch exakten Säure-Basen-Status. Blutanalysen sind wenig effektiv zur Diagnose einer Verschiebung des Säure-Basen-Haushaltes. Im Blutbild sind angegriffene Puffersysteme nicht sichtbar, denn das Blut hat als wichtigste Substanz im Körper eine natürliche, feste Isostruktur. Ehe sich bestimmte Parameter im Blut verschieben würden, wäre das Ausmaß der Erkrankung bereits so fortgeschritten, dass keine Prädiagnose/Vordiagnose möglich wäre und intensivmedizinische Maßnahmen ergriffen werden müssten.

Der tägliche Urin ist ein perfektes Spiegelbild unseres inneren Milieus, da er als Ausscheidungsprodukt exakte Rückschlüsse auf den Säure-Basen-Status und die Stoffwechsellage des Menschen geben kann.

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